Von Wremen über Bremerhaven, Berlin und Australien nach Amerika: Seit 20 Jahren hat das Reisefieber Veronika Herder im Griff.

Von Wremen über Bremerhaven, Berlin und Australien nach Amerika: Seit 20 Jahren hat das Reisefieber Veronika Herder im Griff.

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Von Wremen über Bremerhaven, Berlin und Australien nach Amerika: Seit 20 Jahren hat das Reisefieber Veronika Herder im Griff.

Heute

Diese Wremerin ist bei „Goodbye Deutschland“ zu sehen

Sie würde so gerne einmal andere Länder sehen, perfekt Englisch sprechen. So, wie ihre Mitschüler, von denen viele schon im Ausland gelebt haben. Doch Veronika Herder ist zu schüchtern und wagt den Absprung nicht. Aber der Wunsch zu reisen ist stark. Deshalb achtet die ehemalige Bremerhavenerin auf das „Zwinkern und Winken“ des Universums. Schritt für Schritt wagt sie sich weiter hinaus. Heute, 20 Jahre später, ist sie ein Profi in Sachen Auswandern. Morgen zeigt die TV-Sendung „Goodbye Deutschland“ ihre Geschichte.

Kreis-Icon-Nordstern

Ihre Geschichte, die fängt in Wremen an, wo sie aufwuchs. Mit 18 Jahren zog sie nach Bremerhaven, und blieb dort neun Jahre. Der Wunsch, ins Ausland zu gehen, sei zu diesem Zeitpunkt schon groß gewesen, erzählt die 38-Jährige. Doch der Mut habe noch gefehlt. Deshalb fing sie erst einmal klein an und wechselte mit 27 Jahren nach Berlin. „Das hat mir Selbstbewusstsein gegeben“, berichtet sie.

Nach zwei Jahren in Berlin ging die Reise weiter. „Ein Freund erzählte mir, dass seine Mutter in Melbourne lebt und er den Winter bei ihr in Australien verbringen will“, erinnert sie sich. Als er ihre Begeisterung bemerkte, habe er sie gefragt, ob sie mitkommen möchte. „Ich habe sofort meine Arbeit gekündigt und mein WG-Zimmer untervermietet“, schildert Herder.

Ende 2012 war es so weit: Gemeinsam mit ihrem Bekannten stieg sie ins Flugzeug. „Als ich Australien betreten habe, war es so, als hätte dieses Land auf mich gewartet“, blickt sie zurück. Deshalb wurden aus den drei geplanten Monaten immer mehr. „Am Anfang war es schwierig für mich. Ich hatte nur 500 Euro in der Tasche und noch keinen Job“, erzählt sie. Aber ihr Leben habe sich seither nur verbessert. „Lange Zeit hatte ich sogar Albträume, dass ich wieder in Deutschland aufwache“, verrät sie.

Das Schicksal meinte es gut mit ihr: Nach kurzer Zeit lernte sie ihren heutigen Ex-Freund kennen. Die Jobs, die sie bekam, wurden besser und wurden besser bezahlt. Nachdem sie fünfeinhalb Jahre in Australien gelebt hatte, bekam sie ein permanentes Visum. Ihr Freund und sie trennten sich zwar, doch Melbourne war zu ihrem Zuhause geworden.

„Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt“, erzählt Herder. Doch das Kapitel Australien sollte sich damit langsam dem Ende nähern, denn ihr Partner ist ein großer USA-Fan. Die Vorstellung, nach Amerika zu ziehen, sei für sie okay gewesen. Schließlich habe auch sie schon länger den Wunsch gehabt, eine Zeit lang in den Staaten zu leben.

Ihr Freund gewinnt eine Green Card

So nahm das Paar an der Lotterie für die Green Card, eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, teil. Und tatsächlich: Ihr Freund Daniel gewann. Damit auch sie mitkommen konnte, mussten beide vorher heiraten. Nach der Hochzeit kam eine weitere Herausforderung auf die frisch Getrauten zu: Corona begann, die Welt zu erschüttern, und brachte die Reisepläne durcheinander. Bevor sie im April 2020 in die USA einreisen konnten, hatten sie wochenlang mit gepackten Koffern bei Daniels Eltern ausgeharrt. Mitten im Lockdown schlug sich das Paar in der neuen Heimat durch. Doch die Strapazen der Vergangenheit sollten sich nun rächen. „Wir haben uns erst einmal getrennt, und ich bin alleine weitergereist.“ Texas, Vermont, New Hampshire, North und South Carolina – drei Monate lang sei sie auf eigene Faust unterwegs gewesen. „Aber mein Mann kam mir hinterhergereist, und wir haben uns wieder zusammengerauft.“

Seitdem sei alles fantastisch, und gemeinsam hätten beide das Land erkundet, sagt sie. Nachdem sie sich knapp 25 Staaten angeschaut hätten, seien sie in Austin in Texas sesshaft geworden. Wie lange das Paar dort bleiben wird? Wer weiß. Doch eines ist sicher: Im Januar wird Veronika Herder in dem Bundesstaat einen neuen Erdenbürger zur Welt bringen. „Und irgendwann geht das Reisen mit Baby weiter“, verspricht sie.

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