Columbuskaje Bremenports Sanierung Kaje

Der Schwerpunkt der Bauarbeiten 2021 am Bremerhavener Hafen: Die Columbusinsel.

Foto: Scheer

Der Schwerpunkt der Bauarbeiten 2021 am Bremerhavener Hafen: Die Columbusinsel.

Heute

Bremerhaven: Ein Jahr der Bauarbeiten im Hafen

2021 war ein Jahr, in dem im Hafen in Bremerhaven viel gebaut wurde. Mit mehr als 100 Millionen Euro beziffert Holger Bruns, Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports, die Größenordnung der laufenden Arbeiten: „Schwerpunkt war ganz klar die Columbusinsel.“

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So wurde 2021 der Neubau der sogenannten Kaje 66 abgeschlossen. Diese stellt die Verbindung zwischen Columbuskaje und der Einfahrt Nordschleuse her und ist ein kritischer Punkt im Hafen. Das 220 Meter lange Bauwerk mit Teilstücken aus den Jahren 1924 und 1965 musste nach mehreren Havarien für 17,7 Millionen Euro neu gebaut werden. Mittlerweile befindet es sich nun wieder in einem erstklassigen Zustand – und die Planer haben vorgesorgt: „Wir haben jetzt alles so konzipiert, dass es im Falle einer Havarie schnell zu reparieren ist“, betonte die stellvertretende Bauleiterin Sabrina Müller.

Columbuskaje wird zur Großbaustelle

Fast direkt im Anschluss begann das nächste Bauprojekt – und das hat es in sich: die Columbuskaje des Kreuzfahrtterminals. Diese soll komplett neu gebaut werden – dazu wird 20 bis 25 Meter vor der alten Kaje eine 800 Meter lange neue gesetzt, der Zwischenraum verfüllt. 78,7 Millionen Euro hat der Senat für dieses Projekt bewilligt. Im November erfolgte offiziell der erste Rammschlag. Bereits in zwei Jahren, im Herbst 2023, soll der Bau zu einem großen Teil fertiggestellt sein. 620 Meter Kaje werden bis dahin in den Weserschlick gerammt, die Zwischenräume mit Sand aufgefüllt, befestigt und neue Passagierbrücken – diese werden in Spanien gebaut – montiert. Im Anschluss daran wird der letzte Abschnitt des insgesamt 800 Meter langen Neubaus fertiggestellt.

Zudem ist 2021 der Hochwasserschutz auf der Columbusinsel abgeschlossen worden. Um einen Meter sei der Schutz auf 1,3 Kilometer Länge erhöht worden, sagt Bruns. Betroffen davon waren die Spundwände und Deichtore. „Für die neue Spundwand musste ein ganzes Eisenbahngleis verlegt werden“, erzählt Bruns. Die neue sogenannte Bestickhöhe ist 7,80 Meter über Normalnull. „Ob es dabei bleibt, wird die Zeit zeigen. Denn die Deichhöhen werden immer neu angepasst“, erläutert Bruns. So gelte: Nach dem Deichbau sei vor dem Deichbau.

Ein weiteres Großprojekt kam indes völlig unerwartet: die Havarie der Drehbrücke Anfang April. Seitdem ist die Columbusinsel von dieser Seite aus nicht mehr erreichbar. Doch das soll sich kommendes Jahr ändern. „Der größere Teil der Brücke ist bereits so gut wie abgewrackt. Dieses Jahr soll der restliche Teil der Brücke, der verbliebene kleine Arm, abgebaut, weggebracht und abgewrackt werden“, sagt Bruns. Bis zum Bau einer neuen Brücke soll eine Behelfslösung den Verkehr von und zur Columbusinsel sicherstellen. Dazu wird ein Fährschiff eingesetzt, das als Ponton die beiden Ufer verbindet. Der Vorteil: Das Schiff kann jederzeit an einen Liegeplatz verholt werden, wenn Schiffe passieren müssen. „Damit die Fähre passt, sind noch Erdarbeiten nötig sowie das Verlegen der Straße“, sagt Bruns. Das solle im Frühjahr erfolgen.

Arbeiten an den Schleusen

Auch an den Schleusen wurde im vergangenen Jahr gearbeitet – und zwar nicht nur an Kaiser- und Nordschleuse. Auch die kleine Kammer der Fischereihafenschleuse musste umfassend saniert werden. In einem ersten Bauabschnitt wurde ab April 2021 das Außenhaupt der Schleuse bearbeitet, die elektromechanischen Antriebe erneuert. Im zweiten Abschnitt soll das Binnenhaupt im Jahr 2023 folgen. Die Sanierung der Schleuse ist mit einem Kostenvolumen von rund 750.000 Euro kalkuliert.

Umsonst gibt es diese Investitionen in die Hafenin-frastruktur indes nicht. So wurden zum 1. Januar 2022 die Hafengebühren um zwei Prozent erhöht – nach zwei Jahren ohne Anpassung. „Die Gebühren dienen zu einem wesentlichen Teil der Finanzierung der Kosten für die Herstellung, Instandhaltung und Unterhaltung der bremischen Häfen und damit dem Erhalt der Konkurrenzfähigkeit zu anderen Häfen“, erläutert Häfensenatorin Dr. Claudia Schilling (SPD) und kündigt an, dass Bremen auch weiterhin stark investieren werde: So seien in den beiden kommenden Jahren 56,4 Millionen Euro für Investitionen in den Häfen und 58,3 Millionen Euro für deren Unterhaltung eingeplant. Somit gehen die Bauarbeiten in den Häfen weiter.

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