Oliver Simon, Rehabilitationslehrer aus Hamburg, hilft Reporterin Leandra Hanke, ihren Weg mit Augenbinde und Langstock zu finden.

Oliver Simon, Rehabilitationslehrer aus Hamburg, hilft Reporterin Leandra Hanke, ihren Weg mit Augenbinde und Langstock zu finden.

Foto: Arnd Hartmann

Oliver Simon, Rehabilitationslehrer aus Hamburg, hilft Reporterin Leandra Hanke, ihren Weg mit Augenbinde und Langstock zu finden.

Heute

Ein Selbstversuch: Blind durch den Straßenverkehr

Neue Einsichten sind möglich, auch wenn man nichts sieht – unter diesem Motto stand die Woche des Sehens, eine bundesweite Kampagne, die auf die Situation sehbehinderter und blinder Menschen aufmerksam macht. Neue Einsichten gewinne auch ich, obwohl vor meinen Augen alles schwarz ist. Als Reporterin wage ich den Selbstversuch und nehme an einer ganz besonderen Stadtführung teil.

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Mit Augenbinde und Langstock bewege ich mich vorsichtig durch die Straßen in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die Kugel meines Langstocks pendelt vor meinen Füßen über den Boden. Es klackert: ein Gullydeckel. Meine Hand umklammert beim Laufen den Oberarm von Oliver Simon, Mobilitätstrainer für blinde und seheingeschränkte Menschen. Er leitet die 90-minütige Führung, die vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen organisiert ist. Mit mir sind es noch drei weitere Interessierte, die für einen kurze Zeit auf einen ihrer wichtigsten Sinne verzichten. „Ich schmeiße Sie direkt ins kalte Wasser“, sagt Simon und hält vor einer Ampel an. Ich höre das gleichmäßige Klopfen, das mich an Metronom-Schläge erinnert. Mit dem Langstock lokalisiere ich den Ampel-Knopf. „Fühlen Sie mal darunter, da ist ein Pfeil, der Ihnen anzeigt, in welche Richtung Sie die Straße überqueren müssen“, erklärt der Rehabilitationslehrer. Ich positioniere mich in Pfeilrichtung und drücke den Knopf. Dann ertönt das mir vertraute und deutlich schnellere „Piep, piep, piep“ – die Ampel ist grün. Ich bin stolz und erleichtert, als ich auf der anderen Seite stehe. Simon erklärt, dass nicht jede Ampel in Bremerhaven so barrierefrei funktioniert. Immer noch gebe es weit mehr Hindernisse und Hürden für Menschen mit Sehbehinderung im Straßenverkehr, als manche denken. Zwar werde an vielen Stellen das Mindeste getan, so Simon, aber in Sachen Barrierefreiheit gebe es noch viel zu tun.

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