Sechs Bücher hat Angelika Griese bereits geschrieben. In reien davon ermittelt Kriminalhauptkommissarin Mona Butenschön.

Sechs Bücher hat Angelika Griese bereits geschrieben. In reien davon ermittelt Kriminalhauptkommissarin Mona Butenschön.

Foto: Van Veenendaal

Sechs Bücher hat Angelika Griese bereits geschrieben. In reien davon ermittelt Kriminalhauptkommissarin Mona Butenschön.

Heute

Im Fischereihafen herrscht Mordsstimmung

Hätte der Bremerhavener Oberarzt Dr. Stefan Hasenkötter geahnt, was ihn im Fischereihafen erwartet, wäre er zu Hause geblieben. Doch zu spät. Nun wird er von seinem Entführer irgendwo gefangengehalten und gequält. Keine Sorge – das alles ist natürlich fiktiv und entspringt der Fantasie der Bremerhavener Autorin Angelika Griese. Fast alles. Das Thema ihres neuen Buchs basiert auf eigenen Erlebnissen.

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„Zahltag – Gestehe deinen Pfusch!“ spielt im Krankenhausmilieu der Seestadt. „Es gibt hier in Bremerhaven viel zu berichten. Einiges im Buch habe ich selbst erlebt, manches ist an die eigenen Erfahrungen angelehnt“, berichtet Griese. „Das Buch zu schreiben, war wie eine Art Therapie für mich.“

In dem Buch muss Kriminalhauptkommissarin Mona Butenschön klären, was es mit der Leiche im Fischereihafen auf sich hat. Es handelt sich um das dritte Buch mit ihr als Protagonistin, aber um ihren ersten Fall in der Seestadt. In den vorherigen Werken „Freiwildzone“ und „Mord nach Kohl und Pinkel“ hat sie noch in Bremen ermittelt.

Krimi wartet mit zahlreichen lokalen Schauplätzen auf

Nun also Bremerhaven. Vom Salondampfer über die Goethestraße bis zur Geestebrücke – auf 260 Seiten wartet der Krimi mit zahlreichen lokalen Schauplätzen auf. Stets auf der Suche nach interessanten Örtlichkeiten, die in ihren Geschichten Einzug halten können, hat Griese längst einen ganz eigenen Blick auf die Stadt entwickelt. „Wenn ich durch den Fischereihafen gehe, denke ich: Hier könnte man nachts auch gut eine Leiche verschwinden lassen“, erzählt sie schmunzelnd. „Und der Fischkai würde sich für eine Entführung eignen.“

Auf diese Weise hat die Autorin schon viele Tatorte in der Stadt geschaffen: Nicht nur die Liebesinsel an der Geeste, auch der Kaiserhafen, der Jedutenberg in Wulsdorf, Thieles Garten und das Bürgerparkviertel sind in ihren Geschichten schon zu Orten des Verbrechens geworden.

Lesung

Für Freitag, 20. August, lädt die Stadtbibliothek um 19 Uhr zur Buchpremiere von „Zahltag – Gestehe deinen Pfusch!“ (Kellner Verlag Bremen, 14,90 Euro) mit der Autorin Angelika Griese ein. Musikalisch wird die Lesung von Simon Bellett begleitet. Anmeldung, Karten und Informationen zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen: Tel. 0471/ 5902555.

Außer den drei Butenschön-Krimis hat die Wulsdorferin drei weitere Bücher mit Kurzkrimis geschrieben. Doch damit nicht genug: Unter einem Pseudonym verfasst sie zudem Kurzkrimis für Illustrierte wie „Neue Welt“, „Neue Post“ und „Frau mit Herz“. „Wenn ich gut bin, schreibe ich davon vier im Monat. Wenn ich gerade an einem Buch arbeite weniger“, sagt sie.

Um dieses Pensum zu schaffen, hält sich Griese an eine klare Routine: Morgens von 9 bis 12 Uhr sowie noch mal zwei Stunden am späten Abend sitze sie am Schreibtisch – und zwar an sieben Tagen die Woche. „Ich habe auch schon einmal versucht, eine Pause vom Schreiben zu machen“, berichte sie. „Ich dachte: Was tust du dir da an? Im Sommer sitzen andere schön am Wasser, und ich tippe hier rum“, schildert sie mit einem Augenzwinkern. „Ich bin jetzt 72 Jahre alt, da sind manch andere schon seit zehn Jahren ihn Rente“, gibt sie zu Bedenken. Im Sommer 2020 sei es ihr dann tatsächlich geglückt, sich eine Auszeit zu nehmen.

Doch dann kribbelte es doch wieder in den Fingern. „Einen großen Motivationsschub habe ich bekommen, als ich ein Stipendium vom Bremer Kultursenator bekommen habe“, meint sie.

Unterstützug für Kulturschaffende

Auch andere Kulturschaffende seien im Rahmen eines Programms in dieser Form unterstützt worden, um Einbußen durch Corona abzumildern. „Man bekommt einen festen Betrag und muss innerhalb von acht Monaten das persönliche Projekt – bei mir war es „Zahltag“ – zu Ende bringen“, erläutert sie. Jetzt im August müsse die Leistung nachgewiesen werden. Für Griese, die ihr Werk schon längst fertig hat, kein Problem: „Ich bin schon beim nächsten Buch.“

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