Alina Peters geht ihren Weg als Schauspielerin.

Alina Peters geht ihren Weg als Schauspielerin.

Foto: privat

Alina Peters geht ihren Weg als Schauspielerin.

Heute

Junge Langenerin als Mordopfer in Kinofilm

Während Alina Peters durch eine neue Musical-Serie tanzt, die voraussichtlich demnächst auf Amazon-Prime gezeigt wird, in einem frisch produzierten ZDF-Film als Krankenschwester zu sehen ist und für einen Dokumentarfilm, der in die Münsterländer Kinos kommt, in die Rolle eines Mordopfers schlüpft, können sich ihre Freunde und Familie entspannt zurücklehnen: Das ist mit Sicherheit noch nicht alles, was sie von der gebürtigen Langenerin auf der Leinwand sehen werden.

Kreis-Icon-Nordstern

Zielstrebig ist sie, mutig, tough und jung. Eigentlich zu jung, um ihren Traum vom Schauspielerdasein derartig strategisch zu verfolgen – diese Gedanken erzeugt die 23-Jährige nach zehn Minuten Konversation. Schnell wird klar, was die Triebfeder der Entschlossenheit ist: eine tiefe Leidenschaft für das, was landläufig als die Bretter, die die Welt bedeuten, bezeichnet wird.

Traumberuf gefunden

„Ich wollte immer Schauspielerin werden“, erzählt Alina Peters. Das wollen viele. Bei den meisten bleibt es dabei. Nicht so bei der jungen Frau, die in Langen aufwuchs und seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt. Ballett, Modern, Hip-Hop und Stepp. „Ich habe schon früher darüber nachgedacht, bei Fernseh-Castings mitzumachen. Aber die schienen mir immer so weit weg, und ich war auch ein wenig ängstlich“, sagt Alina Peters.

Also ging sie nach dem Abitur am Lloyd-Gymnasium in Bremerhaven nach Düsseldorf, schrieb sich an der Universität für den Studiengang Medien- und Kulturwissenschaften ein. Sie steht jetzt kurz vor ihrem Abschluss. „Das ist auch alles gut. Aber mein Herzensziel Schauspielerin zu werden, hat mich die ganze Zeit begleitet.“

Werkstudentin im Online-Bereich des WDR

Ihre Stimme ist fest, während sie spricht. Keinerlei Pathos, keine Angehender-Star-Allüren. Stattdessen redet sie darüber, wie sie sich immer mehr mit dem System der deutschen Schauspielschulen befasst hat. Parallel begann sie, als Werkstudentin im Online-Bereich für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) zu arbeiten. Vorrangiges Einsatzgebiet: Kommunikations-Management, beispielsweise bei Facebook. „Meine Aufgabe ist es beispielsweise, die Kommunikation bei den Posts zu moderieren, mich mit den Leuten auseinanderzusetzen“, erzählt Alina Peters. In Workshops lernte sie, angemessen zu reagieren. „Daran bin ich unheimlich gewachsen und selbstbewusster geworden.“

Junge Langenerin als Mordopfer in Kinofilm

Foto: pr

Medienlandschaft erkundet

Selbstbewusst genug, um neue Kontakte in der Medienlandschaft zu nutzen und den Stier „Casting“ bei den Hörnern zu packen. Recherche im Internet, Bewerbung, Hoffen auf Einladungen – Alina Peters ist ihre eigene Agentur. Absagen verdauen: „Das gehört auch dazu und fiel mir am Anfang nicht leicht.“ Doch ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Eine Produktionsfirma engagierte Alina Peters für die Musical-Serie „Dancing in the Shadow“. Die wird voraussichtlich im Frühling kommenden Jahres bei Amazon Prime ausgestrahlt. Dort darf sie das tun, was sie schon von Kindesbeinen an liebt: tanzen.

In dem ZDF-Film „Keine Zeit für Arschlöcher“ geht es um das bewegte Leben von Horst Lichter. Alina Peters ist in der Rolle einer Krankenschwester dabei. „Wann der Film gesendet wird, steht noch nicht fest. Die Dreharbeiten sind erst vor Kurzem abgeschlossen worden“, sagt sie.

Die Darstellerinnen des Films sind in die Rollen der Mordopfer geschlüpft. Alle waren dunkelhaarig. Alina Peters (zweite von rechts) spielt Marlies Hemmers.

Die Darstellerinnen des Films sind in die Rollen der Mordopfer geschlüpft. Alle waren dunkelhaarig. Alina Peters (zweite von rechts) spielt Marlies Hemmers.

Foto: Newfilm

Dokumentarfilm über Mordserie

Und sogar im Kino ist die Studentin im Sommer kommenden Jahres zu sehen. Allerdings nur im Münsterland. Dort nämlich ist der Handlungsort von „Akte 916, der Münsterlandmörder“. In dem Dokumentarfilm geht es um einen Frauenmörder, der in den 1970er Jahren vier Frauen umbrachte. Bis heute fehlt von ihm jede Spur. Alina Peters spielt eines der Opfer, die 18-jährige Marlies Hemmers. Der Film rekonstruiert die Schicksale der durchweg dunkelhaarigen Opfer. Die brutalen Morde hielten damals nicht nur das Münsterland in Atem, sondern die gesamte damalige Bundesrepublik. Alle Opfer wurden im Umkreis von knapp 35 Kilometern in abgelegten Waldstücken gefunden.

Alina Peters in der Rolle der Marlies Hemmers. Die 18-Jährige war eines von vier Opfern des Münsterlandmörders. Hier schreibt sie einen Liebesbrief.

Alina Peters in der Rolle der Marlies Hemmers. Die 18-Jährige war eines von vier Opfern des Münsterlandmörders. Hier schreibt sie einen Liebesbrief.

Foto: Newfilm

Erfahrung sammeln

Mit jedem Engagement wächst auch die Erfahrung, die Alina Peters bei neuen Castings ins Feld führen kann. Zeitgleich mit neuen Kontakten, die sie am Set sammelt und ihrer Widerstandskraft, wenn es mal Absagen gibt. „Dran bleiben ist alles“, ist das Motto der 23-Jährigen. Ihre ersten Erfolge geben ihr recht.

Ihr Vorbild ist Karoline Herfurth, mit der sie so einige Gemeinsamkeiten teilt: „Caroline Herfurt war auch Studentin, als sie ihre ersten Rollen bekam. Sie verkörpert oft witzige Charaktere. Das möchte ich später auch.“ Oder aber die Rolle der Bösen: „Beides kann ich am besten rüberbringen.“

Im wirklichen Leben ist ihr Harmonie sehr wichtig, wie sie über sich selber sagt. Und so hat sie auch ihre zunächst etwas skeptischen Eltern davon überzeugt, dass es richtig ist, ihren Herzenswunsch zu realisieren und ein Schauspielstudium aufzunehmen. Ganz diplomatisch: „Wenn alle Stricke reißen, habe ich ja bereits einen Uni-Abschluss“, so ihre Argumentation.

Dass Schauspieler oft nicht reich werden, spielt für Alina Peters keine Rolle. Und deswegen freut sie sich, dass sie schon einen Studienplatz für das Schauspielstudium in der Tasche hat. In Hamburg. Und den Segen ihrer Familie ebenfalls.

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