Monika Paulsen, Anke Schnaars und Marita Schilling (von links) hängen die neue Kleidung auf.

Monika Paulsen, Anke Schnaars und Marita Schilling (von links) hängen die neue Kleidung auf.

Foto: Bohn

Monika Paulsen, Anke Schnaars und Marita Schilling (von links) hängen die neue Kleidung auf.

Heute

Kleiderkammer Stotel: Neustart nach zwei Jahren Pause

Spinnenweben sind in den Räumen der Kleiderkammer Stotel nicht zu finden – obwohl die Einrichtung coronabedingt zwei Jahre geschlossen war, unterbrochen nur durch wenige Monate. „Doch jetzt wartet die neue Frühlings- und Sommerkollektion in den Regalen“, sagt Marita Schilling. Am 15. März öffnet die Kleiderkammer wieder.

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Die Kleiderkammer ist eine Einrichtung des Loxstedter Vereins Bürger helfen Bürgern, der bürgerschaftliches Engagement in der Gemeinde Loxstedt fördert. Hauptsächlich richtet sich das Angebot von Second-Hand-Kleidung zu günstigen Preisen an Bedürftige, aber grundsätzlich darf hier jeder einkaufen. „Es sind viele Rentner dabei, aber auch Flüchtlinge“, berichtet Monika Paulsen. Insgesamt besteht das Team aus 14 ehrenamtlichen Frauen im Alter von Mitte 50 bis etwa 75 Jahren, die in vier Schichten die Kleiderkammer betreiben.

400 Stammkunden vor der Pandemie

„Vor der Pandemie hatten wir etwa 300 bis 400 Stammkunden, die teilweise aus dem ganzen Südkreis kamen. Ob die nach der langen Schließung alle wiederkommen, weiß ich nicht“, meint Marita Schilling. Anfang Januar 2020 – als die Pandemie Deutschland erreichte – hatte die Kleiderkammer, die in Stotel im Obergeschoss des Kulturzentrums Alte Schule zu finden ist, zuletzt geöffnet. Dann folgte die erste große Pause bis Juli 2021. „Da haben wir aber hauptsächlich Kleiderspenden angenommen. Und im Dezember mussten wir schon wieder schließen“, bedauert Marita Schilling.

Viel tun konnten die engagierten Frauen während der Zwangspausen nicht. „Uns fehlten ja auch die Helferinnen und Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr Stotel, die uns sonst immer beim Tragen der Kleiderkisten geholfen haben“, sagt Anke Schnaars. Doch mittlerweile haben die Damen wieder richtig losgelegt: Die alte Kleidung wurde weggeräumt oder für gute Zwecke weitergegeben.

Derzeit werden die Kisten mit der aktuellen Frühjahrs- und Sommermode ausgepackt. Da ist in allen Größen alles dabei: von der Hose bis zum Rock, von der Bluse bis zum Hemd, von der Badehose bis zum Bikini, Mode für Männer, Frauen, Kinder und Babys – auch Umstandskleidung findet sich in den Kisten. Dazu kommen Bettwäsche und Schuhe. „Wir haben sogar eine Kollektion von Handtaschen“, freut sich Marita Schilling.

Aus Haushaltsauflösungen und Einzelspenden

Die Kleidung stammt aus Haushaltsauflösungen und auch aus Einzelspenden. „Wir gucken alles genau durch, ob es auch noch verwendbar ist. Die Kleidung sollte zudem gewaschen sein“, erläutert Monika Paulsen. Alles wird sortiert und fein säuberlich auf Bügel gehängt oder in die Regale gelegt. Ein Farbsystem weist auf die verschiedenen Größen hin. Insgesamt drei Räume belegt die Kleiderkammer im Obergeschoss der Alten Schule: einen für Männermode, einen für Damenmode und einen nur zum Sortieren der Kleidung. „Und regelmäßig zu jeder Saison räumen wir um. Zum Frühling kommt die Herbst- und Wintermode in Kartons, zum Herbst die Frühlings- und Sommermode“, sagt Anke Schnaars.

Verkauft wird zum kleinen Preis: Von 50 Cent bis zu 3 Euro kosten die Kleidungsstücke – für Bedürftige. „Alle anderen zahlen mindestens das Doppelte oder eben den Betrag, den sie geben möchten“, berichtet Monika Paulsen. Gewinne werden nicht gemacht: „Wir sind eine Non-Profit-Group und kooperieren gerne mit anderen Organisationen, die sich dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlen“, sagt Heiner Hansemann, Vorsitzender des Vereins Bürger helfen Bürgern. Kleidungsstücke, die nicht verkauft werden können, gibt der Verein übrigens an den Verein Hiob, an die Arbeiter-Wohlfahrt (Awo) und an die Lesotho-Gruppe der St. Petri-Kirchengemeinde in Langen.

Nach der langen Pause freuen sich die Frauen auf den Start am Dienstag, 15. März. „Es ist viel Arbeit, macht aber auch viel Spaß“, sagt Marita Schilling und zitiert das Motto des Vereins Bürger helfen Bürgern: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Doch trotz der Freude über den Neustart – die Vorsicht bleibt: Deswegen gilt vorerst die 2G-Regel (geimpft, genesen), eine Maskenpflicht und eine maximale Besucherzahl pro Raum.

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