Das Gartenbauamt setzt die beliebte und anspruchslose lila Pflanze gerne auf den Bremerhavener Friedhöfen ein.

Das Gartenbauamt setzt die beliebte und anspruchslose lila Pflanze gerne auf den Bremerhavener Friedhöfen ein.

Foto: Kranz

Das Gartenbauamt setzt die beliebte und anspruchslose lila Pflanze gerne auf den Bremerhavener Friedhöfen ein.

Heute

Lavendel - Beliebter und vielseitiger Helfer

Seine Zeit ist jetzt. Im Juli lockt er mit wunderbarem Duft, verscheucht Einschlafstörungen ebenso wie Hustenreiz und obendrein auch Motten im Kleiderschrank. Kein Wunder, dass aktuell in zahlreichen Gärten Lavendelpflanzen blühen. Was die lila Pflanze noch so kann, wissen Sonja Adebahr und Oliver Henrikson.

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„Lavendel ist neben Ginkgo meine Lieblingspflanze“, gesteht Sonja Adebahr. Und das, obschon sich die Apothekerin mit sehr vielen Pflanzen intensiv beschäftigt hat. Genauer: im Rahmen einer Zusatzausbildung in naturheilkundlicher Medizin. „Mich fasziniert das große Potenzial, das in den meisten Pflanzen steckt, aber leider häufig in Vergessenheit geraten ist.“

Nachgewiesene Wirkung

Zum Beispiel, wenn es um die vielseitigen Möglichkeiten geht, die der Lavendel mitbringt. Ganz vorne weg: die beruhigenden Eigenschaften, die die Wirkstoffe entfalten können. „Gerade für Menschen, die Probleme damit haben, einzuschlafen, empfehle ich Lavendel“, sagt Adebahr. Die ätherischen Öle, die im Prinzip in der ganzen Pflanze enthalten seien, wirkten nachgewiesenermaßen einschlaffördernd und angstlösend. Ähnliches werde auch dem Baldrian nachgesagt. Im Gegensatz zum Lavendel gibt es hier jedoch keine wissenschaftlichen Nachweise der Wirkung.

Apothekerin Sonja Adebahr berät ihre Kunden auch zu pflanzlichen Therapie-Möglichkeiten. Nicht selten geht es dabei um Lavendel.

Apothekerin Sonja Adebahr berät ihre Kunden auch zu pflanzlichen Therapie-Möglichkeiten. Nicht selten geht es dabei um Lavendel.

Foto: Lammers

In der Apotheke am Lindenhof in Langen, in der Adebahr arbeitet, fragen vor allem ältere Kunden nach naturheilkundlichen Mitteln, wenn es um Schlafprobleme geht. Adebahrs persönlicher Favorit: ein spezieller Schlummertrunk aus warmer Milch mit Lavendelblüten. „Die Blüten einen Moment in der Milch abseien. Dabei lösen sich die beruhigenden ätherischen Öle aus der Pflanze.“ Selbstverständlich funktioniere das Ganze auch mit pflanzlicher Milch. Lavendelblüten-Tee oder konzentrierte Lavendel-Kapseln seien gute Mittel, um bei Stress herunterzukommen. „Unruhigen Kindern hilft es, wenn man ihnen die Füße mit Lavendel-Öl massiert.“ Doch damit ist der medizinische Allrounder noch nicht am Ende: „Lavendel hat auch eine desinfizierende Wirkung, kann inhaliert bei Problemen mit den Bronchien helfen, da er sekretionsfördernd wirkt.“

Oliver Henrikson schätzt die Lavendel-Vielfalt.

Oliver Henrikson schätzt die Lavendel-Vielfalt.

Der Lavendel ist aber längst nicht nur so beliebt, weil er so viele gesundheitsfördernde Eigenschaften hat, sondern auch, weil er schön anzusehen ist. „Lavendel erfreut uns Kleingärtner, da er ein Dauerblüher ist“, findet zum Beispiel Oliver Henrikson, Fachberater im Verband Deutscher Kleingärtner. „Er ist ein anspruchsloser Halbstrauch mit schönem Aussehen und aromatischem Duft. Außerdem verwirrt er durch den Duft Schädlinge und wird daher auch gerne als Beet-Eingrenzung genutzt“, erläutert Henrikson das, was Fachleute biologischen Pflanzenschutz nennen.

Sud aus Lavendel

Ein Irrglaube sei aber, dass er ein guter Pflanzpartner für Rosen sei. „Diese beiden Pflanzen passen nicht zusammen, da sie gänzlich unterschiedliche Ansprüche an den Boden haben“, sagt Henrikson. Daher sollte man die beiden Pflanzen mit mindestens 80 Zentimeter Abstand zueinander pflanzen und den Boden für den Lavendel mit Kies oder Sand abmagern. „Dann machen beide Pflanzen Freude, und der Lavendel kann durch die ätherischen Duftstoffe Blattläuse von den Rosen fernhalten.“

Bei vorhandenem Blattlausbefall rät Henrikson zu einem Lavendelaufguss: „Zwei bis drei Hände voll Lavendelblüten mit heißem Wasser übergießen und ein paar Stunden ziehen lassen. Dann abseihen und die betroffenen Pflanzen damit besprühen.“ Auch Motten verabscheuen Lavendel: „Früher gab man Lavendelsäckchen in die Wäscheschränke als Schutz vor Motten.“

Für die Ernte sei der frühe Morgen die beste Zeit, da er dann die meisten Duftstoffe enthalte, rät Henrikson. Außerdem sei es wichtig, den Lavendel zweimal im Jahr zu schneiden.

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