Ein Mann sitzt vor einer Modelleisenbahn.

Henk Veldkamp ist fasziniert vom Bahnbetriebswerk, das der Modelleisenbahn-Club Bremerhaven aus einem Nachlass erhalten hat. Dieses soll vorerst in die Anlage integriert werden, bis das eigene Betriebswerk fertig ist.

Foto: Bohn

Henk Veldkamp ist fasziniert vom Bahnbetriebswerk, das der Modelleisenbahn-Club Bremerhaven aus einem Nachlass erhalten hat. Dieses soll vorerst in die Anlage integriert werden, bis das eigene Betriebswerk fertig ist.

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Modelleisenbahn-Club Bremerhaven: Die Züge rollen wieder

Neun Monate lang stand beim Modelleisenbahn-Club Bremerhaven (MECB) alles still. Seit Juli arbeiten die Mitglieder des Clubs wieder – und sind mit ihrer Anlage in Spurweite H0 ein großes Stück weitergekommen. In Planung ist auch ein Fahrtag Ende November, bei dem der nächste Bauabschnitt vorgestellt werden soll.

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Grundlage für den Ausbau bildeten zwei neue Stahlgestelle, auf der neue Anlagenteile aufgebaut werden konnten. Und die Vorarbeit von Gruppenleiter Henk Veldkamp und seiner Frau Ulla, die auch während der Corona-Zwangspause tätig waren: „Wir haben alles das gemacht, wozu man sonst nicht kommt“, sagt Ulla Veldkamp. Dazu gehörte neben Papierkram auch gründliches Auf- und Einräumen. „Einiges ist vom Umzug liegen geblieben, zudem haben wir neue Teile bekommen“, berichtet Ulla Veldkamp.

Coronabedingter Projektstopp

Eines davon kommt jetzt besonders zur Geltung: ein Bahnbetriebswerk. Eigentlich wollten die Modellbauer bereits ihr selbst gebautes Betriebswerk fertig haben – ein Nachbau des Bahnbetriebswerks in Hamburg-Altona, das 1982 seinen Betrieb eingestellt hat. Das Besondere an dieser Anlage: eine Doppeldrehscheibe. Doch dieses Projekt wurde vom Coronavirus gestoppt. „Wir haben es jetzt erst einmal zurückgestellt, bis die ganze Anlage fertig ist – frühestens in drei Jahren machen wir damit weiter“, sagt Henk Veldkamp.

Für Dampf- und Dieselloks

Zum Glück für die Modellbahner befand sich ein komplettes Bahnbetriebswerk in einem Nachlass. Dieses wird jetzt in die Anlage integriert, bis die eigene fertiggestellt ist. Als Platzhalter will Henk Veldkamp das Modul jedoch nicht bezeichnen – dazu sei es viel zu schön. „Es hat nicht nur eine Drehscheibe, sondern auch eine Schiebebühne. Deswegen ist es für Dampf- und Dieselloks geeignet“, schwärmt er.

Unterstützung vom Förderprogramm "Win"

Doch die Anlagenteile wurden nicht nur auf die Stahlteile gebaut, sondern auch darunter – im sogenannten Schattenbahnhof. Auch hier können Besucher jetzt alles sehen. Auf insgesamt 12,50 Meter Länge haben die Modellbauer Sichtfenster angebracht. „Möglich wurde das durch die Unterstützung durch das Förderprogramm Win (Wohnen in Nachbarschaften)“, erzählt Henk Veldkamp dankbar.

Über dem Schattenbahnhof nimmt indessen der neue Hauptbahnhof langsam Formen an. „Mehrere Segmente wurden gleistechnisch fertiggestellt“, erzählt der Gruppenleiter. Zudem wurde das große Bauteil mit der bereits bestehenden Paradestrecke verbunden, sodass die L-Form der Gesamtanlage bereits sichtbar ist. Für den Hauptbahnhof hat Henk Veldkamp bereits eine weitere Idee – einen Arkadengang mit Geschäften: „Und hier können sich dann quasi echte Geschäfte ,einmieten‘. Das heißt, wir gestalten das kleine Geschäft so wie sein Vorbild.“ Doch diese Idee ist noch Zukunftsmusik.

Keine Komplett-Digitalisierung

Greifbarer ist dagegen ein weiteres Teilprojekt: die Digitalisierung eines Teils der Anlage. „Wir werden aber nicht komplett digitalisieren, weil viele unsere Mitglieder analoge Fahrzeuge fahren lassen wollen“, erläutert Henk Veldkamp. Doch die sogenannte Nebenbahn soll eine digitale Steuerung bekommen. Dort entsteht auch die Ortschaft Neuffen. Und auch die S-Bahn-Strecke – auf der auch ein Nordwestbahn-Triebwagen verkehrt – soll digitalisiert werden.

Ein Gleis wird zur Museumsstrecke

Und noch eine Idee haben die Modellbauer. Ein Gleis soll zur Museumsstrecke werden. „Dort können wir dann auch ganz besondere Fahrzeuge zeigen“, sagt Henk Veldkamp.

Jetzt hoffen die 21 Mitglieder, dass sie ihr Werk am Fahrtag im November einer größeren Öffentlichkeit präsentieren können. „Unsere Fahrtage im vergangenen Jahr und auch zu Karfreitag in diesem Jahr sind ja leider ausgefallen“, bedauert Ulla Veldkamp.

Auch für die kommenden Jahre gibt es noch eine Menge zu tun. Immerhin 1000 Quadratmeter groß soll die fertige Gesamtanlage werden.

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