Das von Zevener SA-Männern aus dem Hause Neugarten entfernte und zertrümmerte Synagogenmobiliar wird am 10. März 1938 auf dem Marktplatz aufgeschichtet und angezündet. Unter anderem Kinder aus der benachbarten Volksschule werden Zeugen der Verbrennung.

Das von Zevener SA-Männern aus dem Hause Neugarten entfernte und zertrümmerte Synagogenmobiliar wird am 10. März 1938 auf dem Marktplatz aufgeschichtet und angezündet. Unter anderem Kinder aus der benachbarten Volksschule werden Zeugen der Verbrennung.

Foto: Samtgemeindearchiv Zeven

Das von Zevener SA-Männern aus dem Hause Neugarten entfernte und zertrümmerte Synagogenmobiliar wird am 10. März 1938 auf dem Marktplatz aufgeschichtet und angezündet. Unter anderem Kinder aus der benachbarten Volksschule werden Zeugen der Verbrennung.

Heute

Zevener SA-Männer: Wer waren die Täter?

Vor 77 Jahren beendeten amerikanische, britische und russische Soldaten gemeinsam mit ihren Verbündeten das Morden im Namen Deutschlands. Dem Rassenwahn der Nazis fielen sechs Millionen Juden in Europa und 165.000 deutsche Juden zum Opfer - darunter 23 Männer, Frauen und Kinder, die einst in Zeven gelebt hatten. 13 Verfolgte überlebten das Tausendjährige Reich. Ihnen allen wollen Rat und Verwaltung der Stadt an zwölf Orten in Zeven Gedenksteine widmen. Doch ein würdiges Gedenken allein reicht nicht aus, um der Verantwortung für den Völkermord, den auch Zevener ermöglicht haben, gerecht zu werden. Auch die Täter gehören in das Licht der Öffentlichkeit gestellt. Drei SA-Schergen, die sich bei der Verfolgung der Zevener Juden hervorgetan haben, sind nach dem Untergang des Dritten Reiches für ihre Taten zu geringen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Drei. Eine Spurensuche.

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In der Schulchronik, die im Museum Kloster Zeven lagert, findet sich keine Bestätigung dessen. Lehrer Hermann B. ergeht sich als Chronist lediglich in einer allgemein gehaltenen Eloge auf das „Strafgericht“, ohne Namen preiszugeben. Er schreibt: „In der Nacht vom 9. auf den 10. November klirrten sämtliche ‚jüdischen‘ Fensterscheiben. Die Juden selbst wurden verhaftet, ihre Synagogen verbrannt. So auch hier in Zeven. In der Villa des Viehjuden Neugarten fand man in einem Zimmer eine vollständig eingerichtete Synagoge. Sie wurde ausgebaut und am Morgen des 10. November auf dem Pferdemarktplatz verbrannt. In einer Pause durften sich die größeren Schulkinder diesen aufgestapelten Haufen jämmerlicher jüdischer ‚Kultur‘ ansehen. ... Es waren hier drei kleinere Judenkinder zu entlassen. Die Entlassung wurde mir jedoch von den Eltern vorweggenommen, indem sie ihre Kinder nach dem 10. November nicht wieder zur Schule schickten. Die Langmut des deutschen Volkes dem Judentum gegenüber hat nunmehr ein Ende. Der Endkampf gegen das Weltjudentum hat begonnen.“
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