Wie schreibt man „Phänomenta“ in Blindenschrift? Werner Köhler, Dr. Petra Brandt und Jens Habich (von links) vom Vorstand des Phänomenta-Vereins zeigen es an dem neuen Braille-Tisch.

Wie schreibt man „Phänomenta“ in Blindenschrift? Werner Köhler, Dr. Petra Brandt und Jens Habich (von links) vom Vorstand des Phänomenta-Vereins zeigen es an dem neuen Braille-Tisch.

Foto: van Veenendaal

Wie schreibt man „Phänomenta“ in Blindenschrift? Werner Köhler, Dr. Petra Brandt und Jens Habich (von links) vom Vorstand des Phänomenta-Vereins zeigen es an dem neuen Braille-Tisch.

Heute

Phänomenta: Drei Mitarbeiter fallen jetzt weg

Wie funktioniert die Blindenschrift? Und warum sieht man Spannungen im Plastikbecher plötzlich in Regenbogenfarben? Diese und ähnliche Fragen warten auf Besucher in der Phänomenta. Das Wissenschaftsmuseum konnte sich bislang trotz Corona über Wasser halten – mit Mühe. Doch jetzt fallen auch noch drei Mitarbeiter weg.

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Rund ein Dutzend Beschäftigte hat die Phänomenta: Dazu gehören ein Festangestellter in Vollzeit, 450-Euro-Kräfte, Ehrenamtliche, Praktikanten sowie Arbeitnehmer, die über Eingliederungsmaßnahmen der Arbeitsagentur gefördert werden. Drei dieser Maßnahmen laufen jetzt im Januar aus. Sprich: Auf einen Schlag bricht der Einrichtung fast ein Viertel ihres Personals weg. Auch deshalb sucht die Phänomenta händeringend nach neuen ehrenamtlichen Helfern. Gesucht werden Leute, die gerne mit Menschen zu tun haben wollen. Aber auch technisch Interessierte sind höchst willkommen.

Öffnungszeiten reduziert

„Wenn es uns nicht gelingt, den Wegfall der Mitarbeiter aufzufangen, müssen wir unsere Öffnungszeiten noch weiter reduzieren“, fürchtet Dr. Petra Brandt, Vorsitzende des Vereins Phänomenta Bremerhaven.

Schon jetzt hat die Einrichtung pandemiebedingt montags und dienstags geschlossen. Nur Gruppen, Kindergeburtstage und Workshops können an diesen Tagen die interaktive Experimentierausstellung besuchen. Mit dieser beschränkten Öffnungszeit wolle man den Mitarbeitern eine Verschnaufpause nach den anstrengenden, vergangenen Monaten gönnen. Denn nach dem zweiten Lockdown im Frühjahr 2021 hätten sie wieder von 0 auf 100 durchstarten müssen, wie Petra Brandt sagt.

Zwei Drittel der Besucher bleiben im vergangenen Jahr aus

Vor allem die Ferienzeit sei anspruchsvoll gewesen. Denn auch, wenn die Besucherzahl wegen Corona begrenzt werde, und nur maximal 20 Gäste gleichzeitig in der Phänomenta sein dürften, müsse das Personal vorgehalten werden, betont sie. Auch dann, wenn mal überhaupt niemand kommt. „Es werden jetzt Überstunden abgebaut und Urlaube genommen“, erläutert sie. Unter anderem mit dieser Flexibilität habe man schon die Lockdown-Phase überstanden. Zudem sei die Vollzeitkraft teilweise in Kurzarbeit gegangen. „Wir haben es geschafft, dass wir niemanden entlassen mussten“, freut sich Brand.

Und das, wohlgemerkt, obwohl die Einrichtung keineswegs ausgelastet gewesen sei. Im vergangenen Jahr seien gut Zweidrittel der Besucher ausgeblieben, überschlagen die stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Jens Habich und Werner Köhler. Zu dem verbliebenen Drittel zählen zudem viele Schüler, die in den Ferien vor der Phänomenta an Mitmachaktionen teilgenommen und somit keinen regulären Eintritt gezahlt hätten, erklären sie. „Solche Veranstaltungen sind aber wichtig, um Kundschaft zu binden“, meint Köhler.

Natürlich habe man die Zeiten, in denen geschlossen war, genutzt. „Wir haben zum Beispiel Malerarbeiten erledigt, Exponate repariert und auch neue konzipiert“, skizziert Habich. Unter anderem sei ein Tisch angefertigt worden, an dem sich Besucher mit der Brailleschrift, eine Blindenschrift, vertraut machen können.

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