Ein Podcast-Studio steht bei den Medientagen Mitteldeutschland auf einem Tisch.

Ein Podcast-Studio steht bei den Medientagen Mitteldeutschland auf einem Tisch.

Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Podcast-Studio steht bei den Medientagen Mitteldeutschland auf einem Tisch.

Heute

Sellstedter nimmt Dich mit in die Welt der Podcasts

Aus dem Lautsprecher ertönt die Stimme von Christoph Backhaus. Gut gelaunt interviewt er die Erzieherin Tanja zum Thema „Kinder und die neuen Medien“. In anderen Sendungen erläutert er, was es mit der Kryptowährung Bitcoin auf sich hat oder wie sicher die Bundestagswahl ist. Der 36-Jährige ist kein Radiomoderator, sondern hat einen Podcast rund um die Informationstechnik. Wie er begeistern sich immer mehr Leute für diese Form von Audiobeiträgen. Wie man selbst zu einem kommt, verrät Backhaus am 17. November in der Volkshochschule.

Kreis-Icon-Nordstern

Vor fünf Jahren tauchte Backhaus in die Welt der Audiobeiträge ein. Vor allem der Podcast „Fest & Flauschig“, bei dem Olli Schulz und Jan Böhmermann gesellschaftliche und persönliche Themen besprechen und mit Absurditäten spicken, gefiel ihm. Aus beruflichen Gründen hörte er auch gerne Verkaufstrainer Dirk Kreuter zu, der sich mit Themen wie Vertrieb, Verkauf und Akquise beschäftigt. In puncto Persönlichkeitsentwicklung ließ Backhaus sich hingegen vom Motivationscoach Christian Bischoff inspirieren. Technik-News holt er sich von der Heiseshow, Umwelt-Infos liefert der „Das ist eine gute Frage-Podcast“.

Christoph Backhaus nimmt einen Podcast auf.

Christoph Backhaus nimmt einen Podcast auf.

Foto: Susanne van Veenendaal

Jedes erdenkliche Thema zu jeder Zeit – das ist quasi die Kernkompetenz dieser Audioformate. „Ich kann meine Sendungen zu jeder Tag- und Nachtzeit anhören, sie herunterladen und immer wieder abspielen“, erläutert der Bremerhavener das Besondere an Podcasts. Diese zeitliche Flexibilität und die große Bandbreite der Themen scheint immer mehr Nutzer zu überzeugen, wie das Datenportal Statista feststellt: Haben 2016 rund 16 Prozent der befragte Deutschen hin und wieder Podcasts gehört, waren es 2020 bereits 33 Prozent.

Medien nutzen Format

Ein Potenzial, das nicht nur Einzelkämpfer und Hobbytalker nutzen. Auch die etablierten Medien wie Radio- und Fernsehsender sowie Zeitungen sind längst in dem Bereich aktiv. Doch im Grunde genommen steht dieser noch recht junge Kommunikationskanal allen Interessierten offen. „Jeder, der etwas auf dem Herzen hat, kann einen Podcast machen“, meint Backhaus. Teuer müsse das Ganze dabei übrigens nicht sein: Man könne seine Beiträge zum Nulltarif produzieren, aber natürlich auch mehrere Tausend Euro in die Ausrüstung investieren. „Wer nichts ausgeben will, kann mit dem Smartphone eine Datei aufnehmen, und auf seine eigne Homepage stellen“, sagt der gebürtige Sellstedter, der an der Bremerhavener Hochschule Energie- und Verfahrenstechnik studiert hat, nachdem er eine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht hatte. Wer mehr Aufwand betreiben möchte, könne mit dem richtigen Equipment Professionalität erzeugen: So lasse beispielsweise ein Großmembranmikrofon die eigene Stimme satter klingen.

Davon abgesehen setzt Backhaus bei dem Podcast seiner IT-Firma Green Secure immer mehr auf Natürlichkeit. „Ich schneide mittlerweile gar nicht mehr“, sagt er. Pausen, „Ähs“ und „Ähms“ seien schlicht und ergreifend menschlich. Scheinbare Perfektion wie in der Instagram-Glitzerwelt, sei nichts für ihn.

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