Eine Frau hält Papiere und Röntgenbilder in der Hand.

Krankenversicherung und Privathaftpflichtversicherung sind auch für junge Menschen unverzichtbar.

Foto: Klose/dpa

Krankenversicherung und Privathaftpflichtversicherung sind auch für junge Menschen unverzichtbar.

Heute

Sicher ins Berufsleben

In diesen Wochen beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Und zwar in Gestalt einer Berufsausbildung oder eines Studiums. Wie bei jeder Schritt in das Erwachsenleben, stellen sich auch hier eine Menge Fragen. Zum Beispiel die danach, welche Versicherungen junge Menschen jetzt brauchen und welche nicht. Orientierung bietet jungen Bremerhavenern die Verbraucherzentrale.

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Bislang zumeist bei den Eltern mitversichert, ergeben sich mit dem Eintritt ins Berufsleben zuweilen bei manchen Versicherungen Änderungen. Ganz wichtig: die Krankenversicherung. „Seit 2009 gibt es in Deutschland die Krankenversicherungspflicht. In der Regel sind Auszubildende versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung“, weiß Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen, Roland Stecher.

Auf das Budget achten

„Bei Auslandsaufenthalten ist eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtig, um hohe Kosten im Falle einer Krankheit zu vermeiden“, rät Stecher. Aber: „Krankenzusatzversicherungen sollten gründlich überlegt sein. Auch wenn die Beiträge bei jungen Menschen noch gering sind, belasten sie doch das monatliche Budget.“

Auch für junge Menschen unverzichtbar: die Privathaftpflichtversicherung. „Eine Privathaftpflichtversicherung ist für jeden unverzichtbar. Jeder Mensch haftet für Schäden, die er einem anderen zufügt, mit allem was er hat und künftig erwirtschaftet. Wenn die Eltern eine Haftpflichtpolice haben, gelten Familienangehörige bei den meisten Tarifen als mitversicherte Personen. Dazu zählen beispielsweise unverheiratete Kinder während der Schulzeit und der sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung oder dem Studium“, so Stecher.

Versicherungsexperte Roland Stecher.

Versicherungsberater Roland Stecher rät jungen Menschen zu einer Privathaftpflichtversicherung.

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Probleme für Auszubildende und Berufseinsteiger

Ganz dringend empfiehlt der Verbraucherschützer den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. „Die eigene Arbeitskraft ist die Grundlage zur Sicherung des Lebensunterhalts. Für Auszubildende und Berufseinsteiger ergeben sich bei deren Verlust besondere Probleme. Sie haben in der Regel die Einstiegsvoraussetzungen für den Bezug einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt. Dafür müssten in den letzten fünf Jahren 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt worden sein“, gibt er zu Bedenken.

Doch selbst wenn später ein Anspruch bestehe, reichten die Leistungen oft bei Weitem nicht aus. „Je früher ein Vertrag abgeschlossen wird, desto geringer sind die Beiträge.“ Außerdem spielten Vorerkrankungen eine große Rolle, bei der Frage, ob ein Antragsteller überhaupt einen Vertrag bekäme und zu welchen Bedingungen.

Überflüssiges weglassen

Bestehen in der Familie Verträge zur finanziellen Absicherung vor den Folgen eines Unfalles, sollten die Vertragsinhalte auf die Lebenssituation als Auszubildender oder Berufsanfänger angepasst werden. „Der Umfang ist aber nicht mit einer wesentlich umfassenderen Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichbar“, gibt Stecher zu Bedenken. „Dagegen ist eine Hausratsversicherung für die erste eigene Wohnung häufig überflüssig. Je nach Versicherungsbedingungen können auswärts wohnende Studierende über die elterliche Versicherung gegen Einbruch & Co. abgesichert sein.“

Thema Altersorsorge

Ebenfalls ein Versicherungsthema, mit dem sich Berufsstarter schon auseinandersetzen sollten: die Altersvorsorge. „Die gesetzliche Rente allein wird für die jüngeren Generationen kaum noch für den gewohnten Lebensstandard ausreichen“, gibt Stecher zu bedenken. Es sei daher ein guter Zeitpunkt, sich darum zu kümmern, wenn es in den ersten Job geht.

Altersvorsorge habe allerdings grundsätzlich nichts mit Versicherung zu tun, sondern mit Geldanlage. „Dafür sind Fondssparpläne oder ETFs eine gute Wahl. Mit geringen Kosten und großer Flexibilität sind sie für den Einstieg in eine eigene Vorsorgestrategie hervorragend geeignet“, sagt Stecher. Bei einem ETF (Exchange Traded Fund) handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Aktienindex, wie beispielsweise des DAX, abbildet.

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