Ein ausreichender Schutz ist bei längeren Aufenthalten in der Sonne zu empfehlen.

Ein ausreichender Schutz ist bei längeren Aufenthalten in der Sonne zu empfehlen.

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Ein ausreichender Schutz ist bei längeren Aufenthalten in der Sonne zu empfehlen.

Heute

Sonnenschutz: Warum er schon jetzt im Frühling wichtig ist

Die Zahl der Sonnenstunden pro Tag steigt. Der Frühling hat spürbar Einzug gehalten. Steigende Außentemperaturen locken die Menschen vermehrt ins Freie. Was vielen nicht bewusst sein könnte: Bereits jetzt ist Sonnenschutz dringend notwendig. Warum das so ist und wie sich Sonnenanbeter jetzt optimal schützen, weiß der Chefarzt der Dermatologischen Abteilung im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide, Dr. Michael Sachse.

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Ohne Sonnenschutz in die Frühlingsfrische? Für den Dermatologen undenkbar: „Bereits jetzt kann die Frühlingssonne zu schmerzhaften Sonnenbränden führen. Viele Menschen bekommen bereits jetzt ihren ersten Sonnenbrand des Jahres, da sie die Sonnenintensität unterschätzen.“ So sei der UV-Index als eine Maßeinheit für das sonnenbrandwirksame Spektrum beispielsweise am 28. März in Bremerhaven mit einem Wert von drei noch relativ niedrig gewesen, dennoch sei unter diesen Bedingungen Schutzmaßnahmen wie eine Sonnenschutzcreme mit einem Lichtschutzfaktor von 50, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenschutzbrille sinnvoll gewesen.

Das Tückische dabei: „Sonnenbrände verbrennen nicht nur die obersten Hautschichten. Sie lassen auch unsere Haut vorzeitig altern, sodass früher Falten entstehen. Nur wenige Menschen wissen, dass der regelmäßige Auftrag einer Sonnenschutzcreme die Hautalterung verzögert und das Hautkrebsrisiko verringert“, so Sachse. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. „Das hat aber auch etwas mit unserem veränderten Freizeitverhalten zu tun. Nutzen Sie das Angebot zum Hautkrebsscreening“, rät der Mediziner.

Lichthungrige sollten Mittagssonne meiden

Und er nennt einige wichtige Regeln zur Gewährleistung eines optimalen Schutzes: „Mittagssonne meiden, Sonnenschutzcreme mit einem Lichtschutzfaktor 50 oder höher reichhaltig und wiederholt auftragen.“ So seien bei einer Körpergröße von 1,80 Meter mindestens drei Esslöffel Sonnenschutzcreme für den ganzen Körper nötig. Und: „Kopfbedeckung und Sonnenbrille nicht vergessen.“

Was das wiederholte Eincremen anbelangt, warnt Sachse vor einem Trugschluss, denn es verlängere nicht die maximale Zeit, in der man sich geschützt in der Sonne aufhalten könne. Einen Sonnenbrand bemerke man immer erst ein paar Stunden später, viel zu spät, um sich noch rechtzeitig in den Schatten zu begeben.

Ganz besondere Vorsicht sei bei Babys und Kleinkindern geboten: „Sie entwickeln viel schneller einen Sonnenbrand als Erwachsene, da sich ihre Haut noch nicht so gut davor schützen kann.“ Eltern sollten mit einem guten Beispiel vorangehen: Mittags im Schatten spielen, nach dem Schwimmen oder dem Sport erneut eine Sonnenschutzcreme auftragen und viel Wasser oder ungesüßte Tees trinken. Kopfbedeckung mit Nackenschutz und Sonnenbrille seien Pflicht in Sachen Sonnenschutz. Und: „Babys benötigen eine spezielle Sonnenschutzcreme mit mineralischen oder physikalischen Filtern“, betont Sachse. Eine gute Übersicht der jährlich empfohlenen Sonnenschutzcremes finde sich beispielsweise auf den Seiten der Stiftung Warentest. Für dringend zu empfehlen hält Sachse Sonnenschutzschulungen in Grund- und weiterführenden Schulen: „Sie lohnen sich. Ich habe damit auch bereits in Bremerhaven sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Sonnenschutz: Warum er schon jetzt im Frühling wichtig ist

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