Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, muss die Lademöglichkeit mitplanen. In einer privaten Garage bietet sich dafür eine Wallbox an.

Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, muss die Lademöglichkeit mitplanen. In einer privaten Garage bietet sich dafür eine Wallbox an.

Foto: dpa/Schuh

Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, muss die Lademöglichkeit mitplanen. In einer privaten Garage bietet sich dafür eine Wallbox an.

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Umfrage in Bremerhaven: Wo soll das E-Auto ans Netz?

Elektro-Autos gelten als Zukunft der Mobilität. Eine verbesserte Ladeinfrastruktur ist jedoch die Grundvoraussetzung für die Verkehrswende hin zur E-Mobilität. Um den künftigen Bedarf zu ermitteln, startet das Klimastadtbüro der Stadt daher jetzt eine Umfrage unter Privatleuten und Gewerbetreibenden. Die Teilnehmer können angeben, welche Lademöglichkeiten sie sich in Bremerhaven wünschen.

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„Wir wollen herausfinden, wie viele Leute eine Ladesäule benötigen und wo die stehen soll“, fasst Till Scherzinger, Leiter des Klimastadtbüros, zusammen. Die Umfrage setzt das Klimastadtbüro im politischen Auftrag um.

Umfrage in Bremerhaven: Wo soll das E-Auto ans Netz?

Foto: Hartmann

Die Stadtverordneten hatten den Magistrat damit beauftragt, die von dem privaten Sektor geplanten Ladeinfrastrukturen abzufragen und bei Genehmigung, Förderung, Beschaffung und Umsetzung der Baumaßnahmen zu unterstützen.

Herausforderungen für die Leitungsnetze

Hintergrund ist ein Bundesgesetz, durch das die Erweiterung von Ladeinfrastruktur für Neu- und Bestandsbauten vorangetrieben werden soll. Aus den gesetzlichen Vorgaben ergeben sich jedoch unter anderem Herausforderungen für die bestehenden Leitungsnetze. Die müssen künftig so leistungsfähig ausgelegt sein, dass sie nicht zusammenbrechen, wenn abends zahlreiche Bewohner eines Stadtteils gleichzeitig ihre Fahrzeuge an die Ladestationen hängen. „Aus den Ergebnissen der Umfrage sollen Ableitungen getroffen werden: Was muss gebaut werden, um die Stadtviertel für den zu erwartenden Bedarf zu versorgen?“, nennt Scherzinger ein Ziel der Umfrage. Der Magistrat ist aufgefordert, die Bedarfe der Ladeinfrastruktur unter der Beteiligung eines externen Beraters zu erarbeiten.

Für private E-Auto-Nutzer bietet die Teilnahme weitere Vorteile:

QR-Code mit dem Smartphone scannen und an Umfrage teilnehmen.

QR-Code mit dem Smartphone scannen und an Umfrage teilnehmen.

„Im Rahmen dieser Initiative haben sie die Möglichkeit, ein unverbindliches, individuelles Angebot für eine private Ladestation zu erhalten“, erläutert Scherzinger. Das Klimastadtbüro arbeitet dabei mit dem Dienstleister Co-Benefit zusammen, einem studentischen Projekt, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. In Abhängigkeit von der erreichten Anzahl an angemeldeten Teilnehmern erhalten diese ein Angebot mit Gruppenrabatt von einem Partner. Unternehmen, die Ladestationen installieren, können sich bei Co-Benefit melden und sich mit Angeboten beteiligen.

Rabatte bei der Installation von privaten Ladestationen können sich lohnen, denn je nach Anbringungsort, Art des Moduls und der Installation müssen Auftraggeber mit Kosten zwischen 1000 und 5000 Euro rechnen. So kostet die Anschaffung und Installation einer durchschnittlichen Wallbox in der privaten Garage rund 1000 Euro.

E-Auto-Halter können auch von THG-Quote profitieren

Halter von Elektroautos können seit 2022 beim Quotenhandel für das von ihnen eingesparte CO2 eine Prämie von mehreren Hundert Euro im Jahr bekommen. Der Gesetzgeber hat die Definition eines privaten Ladepunkts so weit gefasst, dass faktisch alle, denen ein vollelektrisches E-Auto gehört, am Quotenhandel teilnehmen können. Grundlage für den Handel ist die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Die Teilnehmer der Klimastadt-Umfrage können sich nach Beendigung des Online-Fragebogens registrieren und erhalten eine E-Mail mit weiteren Informationen und dem Registrierungslink.

Die bis zum 1. Mai laufende Umfrage zielt aber auch auf Gewerbetreibende. „Als innovativer und proaktiver Arbeitgeber können diese ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie Lademöglichkeiten für private und gewerbliche E-Autos zur Verfügung stellen“, sagt Scherzinger. Außerdem können Unternehmen Kunden eine Möglichkeit bieten, damit die ihre E-Autos laden.

Der Zeitpunkt sei günstig: „Aktuell fördert die KfW-Bank die Anschaffung unternehmenseigener Ladestationen für Elektrofahrzeuge“, erläutert Scherzinger. Unternehmen können eine finanzielle Unterstützung von bis zu 900 Euro pro Ladepunkt (maximal 45000 Euro) für den Kauf und die Installation erhalten.

„Nach Beendigung der Initiative wird das Klimastadtbüro die anonymisierten Antworten auswerten, analysieren und eine Ladestrategie erarbeiten“, kündigt Scherzinger an. Namen und Kontaktdaten der Teilnehmer werden nicht an die Stadt weitergegeben.

Mehr Informationen gibt es hier.

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