Hauptsitz der Volksbank Bremerhaven-Cuxland in Beverstedt

Der Hauptsitz der Volksbank Bremerhaven-Cuxland in Beverstedt.

Foto: Archiv, Volksbank

Der Hauptsitz der Volksbank Bremerhaven-Cuxland in Beverstedt.

Heute

Volksbank-Fusion: „Wenn es passt, passt es – auch über andere Gebiete hinweg“

Zum kommenden Jahr 2023 wollen die Volksbank Bremerhaven-Cuxland und die Zevener Volksbank fusionieren. Dabei entsteht ein Institut mit einer Bilanzsumme von mehr als zwei Milliarden Euro. Warum sich die beiden Volksbanken vereinigen wollen und welche Vorteile das bringt, erläutern die Vorstände im Interview.

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Die Zevener Volksbank und die Volksbank Bremerhaven-Cuxland sind keine direkten Nachbarn. Könnte das zu einem Problem werden? Was genau verbindet die beiden Volksbanken?

Johannsen: Die beiden Banken verbindet neben einem starken gegenseitigen Vertrauensverhältnis sowohl eine ähnliche geschäftspolitische Ausrichtung als auch eine erfolgreiche und kollegiale Zusammenarbeit in der Vergangenheit bei der Umsetzung verschiedener Fachthemen. In anderen Bundesländern sind solche so genannten „Sprungfusionen“ keine Seltenheit mehr. Wenn es passt, dann passt es halt – auch über andere Gebiete hinweg.

Jochen Johannsen (Zeven).

Jochen Johannsen (Zeven).

Foto: Volksbank

Eine Fusion soll auch Kosten sparen. Gibt es jetzt nicht das Problem von Doppelbesetzungen?

Kordes: Sicherlich werden gerade zu Beginn manche Bereiche doppelt besetzt sein. Doch beide Häuser stehen vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. In Verbindung mit der Altersstruktur kann diese Kombination schnell zum Problem werden. Genau hier sehen wir wichtige Synergieeffekte, die wir relativ schnell heben können. Unsere Fusion würde für viele unserer Mitarbeitenden auch große Veränderungs- und/ oder Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Unsere Attraktivität als Arbeitgeber wird steigen.

Uwe Kordes (Beverstedt).

Uwe Kordes (Beverstedt).

Foto: Volksbank

Es sollen beide Hauptstellen erhalten bleiben. Ist das auf Dauer sinnvoll?

Steffen: Der juristische Sitz der neuen Volksbank soll Beverstedt sein, und die weiteren wesentlichen Standorte werden Zeven und Langen, denn dort sind auch viele interne Unternehmensbereiche angesiedelt. Vorstandsseitig werden wir gerade in der Anfangszeit unsere Büros in den heutigen Hauptsitzen Beverstedt und Zeven haben. Inwiefern das ein dauerhafter Zustand sein wird – insbesondere vor dem Hintergrund weiterer technischer Entwicklungen bei der Kommunikation – ist per heute nicht vollumfänglich absehbar. Wichtig ist, dass wir in der Gesamtbank unser Gesicht zeigen.

Sascha Steffen (Zeven).

Sascha Steffen (Zeven).

Foto: Volksbank

Das Geschäftsstellennetz soll nicht angetastet werden. Werden die Filialen trotzdem weiter regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit überprüft?

Koschuth: Beide Banken haben in der Vergangenheit schon ein zeitgemäßes Geschäftsstellennetz aufgestellt und auf das stark geänderte Kundenverhalten ausgerichtet. Eine Veränderung im Zusammenhang mit der Fusion ist daher nicht erforderlich. Selbstverständlich werden wir dennoch immer auf die Wirtschaftlichkeit der Filialen schauen und können deshalb auch keine langfristigen Standortgarantien geben. Fest steht, dass der Kundenwunsch nach Onlinebanking und Beratung per Chat oder Video nicht weniger werden wird…

Frank Koschuth (Beverstedt).

Frank Koschuth (Beverstedt).

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Welche positiven wirtschaftlichen Folgen hat die Fusion noch, beispielsweise mit Blick auf die Kreditvergabe?

Koschuth: Die geplante Betriebsgröße ermöglicht uns zum Beispiel eine verstärkte Spezialisierung als Antwort auf die weiter wachsenden Herausforderungen wie die digitale Transformation, zunehmende Regulierungsdichte sowie Margen- und Kostendruck.

Johannsen: Gleichzeitig setzen wir aber weiterhin auf Nähe und kurze Wege – gerade bei Kreditentscheidungen insbesondere für den Mittelstand, der mit uns mitgewachsen ist und zunehmend höhere Anforderungen an die Kredithöhe stellt. Mit einer neuen Größe wären wir viel besser in der Lage, weiterhin verlässlicher Finanzierungspartner unserer Firmenkunden zu sein.

Sie sagen, eine größere Volksbank bringt Vorteile. Könnte es weitere Fusionen geben, und wie groß könnte eine Volksbank werden?

Kordes: Wir konzentrieren uns nun zunächst einmal auf unsere Verschmelzung, über die ja letztlich die Vertreterversammlungen beider Banken im Herbst entscheiden.

Steffen: Inwieweit weitere Fusionen folgen oder vielleicht andere Volksbanken in der Region nun unserem Beispiel folgen wollen, können wir nicht einschätzen. Rein theoretisch könnte irgendwann einmal eine einzige, dann mächtig große Volksbank zwischen Elbe und Weser entstehen. Doch das ist wirklich Zukunftsmusik.

Der Hauptsitz der Volksbank Bremerhaven-Cuxland in Beverstedt. Archiv, Volksbank

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