Berufsoffizier und Hochschulprofessor Frank Reininghaus liebt das Wandern und hilft auch anderen, geeignete Strecken zu finden.

Berufsoffizier und Hochschulprofessor Frank Reininghaus liebt das Wandern und hilft auch anderen, geeignete Strecken zu finden.

Foto: Lammers

Berufsoffizier und Hochschulprofessor Frank Reininghaus liebt das Wandern und hilft auch anderen, geeignete Strecken zu finden.

Heute

Wandern liegt plötzlich wieder voll im Trend

Wenn Frank Reininghaus vom Wandern erzählt, sprudeln die Worte aus ihm hervor. Unterbrochen nur von kurzen Pausen, in denen er etwas trinkt. Dann schnappt sich der Fregattenkapitän erneut den Rucksack und biegt um die Ecke, auf zur nächsten Etappe. Das Wandern ist ein „Virus“, das aktuell viele Deutsche befallen hat: Der Freizeitsport liegt im Trend.

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Das belegen verschiedene Studien. Lange Jahre mit dem Ruf des Altmodischen belegt, holt das Wandern nicht erst seit Corona deutlich an Beliebtheit auf. Mit der Pandemie jedoch hat das Faible für die Bewegung an der frischen Luft noch einmal ordentlich Rückenwind bekommen. So attestiert eine Studie, die der Deutsche Wanderverband miterarbeitet hat, beispielsweise, dass aktuell rund 70 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung aktive Wanderer seien. 20.000 Wegezeichner kümmern sich danach aktuell ehrenamtlich um rund 200.000 Kilometer Wanderwege.

Maritime Denkmäler säumen den Weg

Und auch Bremerhaven hat seit Juli seinen ersten offiziellen „Marinestadt Bremerhaven“-Wanderweg des Freundeskreises Nimwegendelegation. Maritime Denkmäler rund um Schifffahrt und Deutsche Hochsee-Fischerei säumen ihn ebenso wie Einblicke in das, was die Stadt ausmacht, wie die Havenwelten mit dem Klimahaus, dem Auswandererhaus und dem Schifffahrtsmuseum, um nur einige zu nennen. Und immer wieder der Blick auf die Weser, Schleusen und Leuchttürme. Vom Volkssportverband zertifiziert, bietet die Route verschiedene Längen, bis zu 15-Kilometer maritimer Wanderlust.

Das Bewegen in der freien Natur bereitet Frank Reininghaus sichtlich Freude.

Das Bewegen in der freien Natur bereitet Frank Reininghaus sichtlich Freude.

Foto: Lammers

Ausgetüftelt hat sie Reininghaus. Berufsoffizier und Hochschulprofessor. Und: seit vielen Jahren begeistertes Mitglied der Nimwegen-delegation. Die traditionellen niederländischen Nimwegen-Märsche waren einst dem Militär vorbehalten, ziehen heute neben den Militärdelegationen aller Herren Länder auch etwa 45.000 Zivilisten an.

Marschieren ist für Soldaten ein originäres Geschäft. Reininghaus, der mittlerweile seit 40 Jahren Berufssoldat ist, entdeckte früh den Zauber, den das Gehen an der frischen Luft, das einen zuweilen durchaus an die eigenen Grenzen bringt, hat. „1995 hatte ich die Idee, Kameraden zu einer deutschen Nimwegendelegation auszubilden“, erzählt Reininghaus. Sofort kommt er ins Schwärmen über die Faszination, die das Gemeinschaftserleben, die Selbstüberwindung und das Natur-Erlebnis für ihn bedeuten. „Stillstand ist Rückschritt“, beschreibt er den Modus Vivendi, der ihn schon in die weite Welt wandern ließ: San Antonio, Taiwan, Israel und immer wieder Nimwegen – „dem ältesten, schönsten und beliebtesten Marsch überhaupt“.

Aufkleber markieren den Wanderweg.

Aufkleber markieren den Wanderweg.

Foto: Lammers

Nimwegen und viele europäische Ziele, aber auch Veranstaltungen außerhalb Europas sind Ziele der IML (International Walking Association), die 1987 gegründet worden ist. Mission: als unpolitische, gemeinnützige Organisation das Gehen als gesunde Erholung fördern. „Norwegen, Italien, Litauen, Schweden – es gibt so unendlich viel Schönes zu entdecken“, so das Fazit des 59-Jährigen. „Das gilt aber auch für Posemuckelsdorf“, ergänzt Reinighaus augenzwinkernd. Und erklärt, was er meint: „Selbst an vermeintlich unscheinbaren Orten findet sich Faszinierendes. Das können ein kleiner Wasserfall, eine hübsche Brücke oder ein moosbewachsener Baum sein.“ Das wusste wohl auch Johann Wolfgang von Goethe schon: „Nur, wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen“, zitiert ihn der Hochschulprofessor für Sicherheitspolitik und Friedensforschung.

Frank Reininghaus weiß immer, wo es lang geht. Und wenn nicht, dann helfen kleine Aufkleber, die den Weg weisen.

Frank Reininghaus weiß immer, wo es lang geht. Und wenn nicht, dann helfen kleine Aufkleber, die den Weg weisen.

Foto: Lammers

Wandern verbindet auch fremde Menschen

Kurz: „Wandern lässt einen die Welt mit anderen Augen betrachten. Der Kopf wird frei, der Körper gefördert.“ Außerdem verbinde das gemeinsame Wandern auf Anhieb Menschen, die sich zuvor fremd waren. Dabei sei es völlig gleichgültig, welchen Bildungsstand oder welches Alter man besitze. „In der Gruppe wird keiner zurückgelassen“, so die Devise. Doch auch bevor jemand Teil einer solchen Gruppe wird, berät Reininghaus Interessenten gerne per E-Mail unter frankreininghaus@yahoo.de

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