Die Krimis von Markus Rahaus spielen im Cuxland und haben alle einen maritimen Bezug.

Die Krimis von Markus Rahaus spielen im Cuxland und haben alle einen maritimen Bezug.

Foto: Bohn

Die Krimis von Markus Rahaus spielen im Cuxland und haben alle einen maritimen Bezug.

Heute

Wenn das Hantavirus zur Mordwaffe wird

Pistole, Messer und stumpfe Gegenstände – das sind in einem Krimi klassische Gegenstände, um einen Menschen zu töten. Doch wenn ein Virus zur Mordwaffe wird, dann hat vermutlich ein Virologe die Geschichte geschrieben. So ist es zumindest bei „Das Watt und der Tod“ von Dr. Markus Rahaus, das gerade erschienen ist. Der Biologe aus Nordleda hat damit bereits seine dritte Kriminalgeschichte veröffentlicht. Alle drei haben gemeinsam, dass ein Virus die heimliche Hauptrolle spielt und sich die Geschehnisse im Cuxhavener Raum abspielen.

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„Die Idee, einen Krimi zu schreiben, hatte ich schon lange. Sie hat nur auf Eis gelegen“, sagt der 50-Jährige, der eigentlich aus dem Ruhrgebiet stammt und seit 13 Jahren im Norden wohnt. Ihm war klar: Es sollte ein Regionalkrimi werden, und er sollte sich ganz klar von anderen Büchern abgrenzen – durch etwas Neues. „Also habe ich etwas eingebracht, von dem ich etwas verstehe: Viren“, sagt Rahaus.

Profundes Fachwissen

Und davon versteht der Biologe eine Menge. Schließlich hat er in diesem Bereich nicht nur promoviert, sondern auch habilitiert. Seine Arbeit hat ihn auch in die Elbe-Weser-Region verschlagen. Hier hat er bei Firmen in Cuxhaven, Bremen und Osterholz-Scharmbeck gearbeitet, demnächst fängt er in Bremerhaven an. Insbesondere in der Stadt Cuxhaven, dem Landkreis und in Bremerhaven kennt er sich gut aus – auch durch seine zweite Leidenschaft: der Fotografie. Außerdem ist er begeisterter Motorbootfahrer und häufig auf der Elbe unterwegs.

Über seine Fotos ist Rahaus auch zum Schreiben gekommen. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel in Fachzeitschriften. Unter anderem hat er einen Naturreiseführer für das Cuxland geschrieben.

Unterstützung von der Polizeiinspektion Cuxhaven

„Über Fotos bin ich auch zu den Ideen für meine Krimis gekommen“, verrät der Biologe. Wie beispielsweise ein gesunkener Kutter. „Beim Fotografieren habe ich mir meine eigene Geschichte dazu ausgedacht“, erzählt Rahaus. Entstanden ist daraus der Roman „Soko Sandbank“.

Für seine Romane recherchiert Rahaus immer ganz genau. So hat er unter anderem schon Unterstützung von der Polizeiinspektion Cuxhaven und den Seenotrettern erhalten.

Doch was hat es nun mit den Viren auf sich? „Dafür suche ich mir immer nicht so bekannte Viren aus“, sagt der Biologe. So kam in seinem ersten Roman das afrikanische Lujo-Virus vor, das zu einem hämorrhagischen Fieber führt und die Ermittler ausschaltet. In seinem zweiten Krimi „Gefahr aus dem Watt“ treibt das Norovirus sein Unwesen.

Ein Erreger aus dem Labor

Im neuesten Werk ist es nun ein verändertes Hantavirus. „Dieses Virus, das von Nagetieren übertragen wird, führt jedes Jahr zu vielen Infektionen, die auch tödlich enden können“, erläutert Rahaus. In seinem Roman kommt eine durch Menschen veränderte Variante zum Einsatz – ein Killer, der neben der Kripo Cuxhaven auch das BKA und den britischen Geheimdienst MI5 auf den Plan ruft. „Die Idee ist jedoch ganz und gar meiner Fantasie entsprungen“, beruhigt der Biologe. Allerdings: Ganz unwahrscheinlich sei ein modifiziertes Virus auch nicht. Mit Fachwissen und der entsprechenden Ausrüstung sei das durchaus möglich – auch wenn es offiziell keine Forschung an Biowaffen mehr gebe.

Zu der aktuellen Corona-Pandemie hat der Roman übrigens keinen Bezug, wenn auch vieles im Krimi, wie zum Beispiel die FFP2-Maske durchaus vertraut wirkt. „Ich habe den Roman vor der Pandemie geschrieben“, betont der Autor.

Und was hält er persönlich von der These, das Coronavirus stamme aus einem Labor? „Dass es aus dem Labor stammt, glaube ich nicht. Aber ausschließen kann ich es auch nicht“, sagt er. Eines ist sicher: Viren werden ihm wohl auch in Zukunft zu einigen spannenden Romanen verhelfen.

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