Mal sind die neuen Porträts an der Fassade sichtbar, manchmal nicht. Dieses Flüchtige findet Andreas Heller, verantwortlicher Architekt für das Deutsche Auswandererhaus, besonders spannend.

Mal sind die neuen Porträts an der Fassade sichtbar, manchmal nicht. Dieses Flüchtige findet Andreas Heller, verantwortlicher Architekt für das Deutsche Auswandererhaus, besonders spannend.

Foto: Arnd Hartmann

Mal sind die neuen Porträts an der Fassade sichtbar, manchmal nicht. Dieses Flüchtige findet Andreas Heller, verantwortlicher Architekt für das Deutsche Auswandererhaus, besonders spannend.

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DAH: Architekt spricht über Flüchtlings-Porträts

Im Herbst 2019 hat Architekt Andreas Heller die Pläne für den Einwanderer-Anbau des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven vorgestellt. Zu der inhaltlichen Herausforderung, ein so zentrales Thema wie Migration ansprechend aufzuarbeiten, kamen über Nacht alle Dinge, die die Pandemie mit sich gebracht hat. Welche Hürden er und sein Team genommen haben und wann die große Party nachgeholt wird, erklärt Andreas Heller unserer Reporterin Maike Wessolowski im Interview.

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Herr Heller, in den vergangenen 30 Wochen haben wir jeden Montag die Geschichte eines Einwanderers erzählt, dessen Porträt künftig an der Fassade des Erweiterungsbaus zu sehen ist. Haben Sie in dieser Zeit besonders gern NORD|ERLESEN gelesen? Ja, ausgesprochen! Zumal ich die Geschichten, anders als unsere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, nicht 1:1 kannte. Es war immer wieder spannend, durch die Porträts die Personen hinter den Fassadengesichtern kennen zu lernen.

Ich persönlich war überrascht. Krieg, Flucht, Armut habe ich erwartet. Doch nicht wenige kamen wegen attraktiver Jobs in der Wissenschaft nach Bremerhaven. Und viele sind der Liebe wegen geblieben. Unterm Strich haben wir eine Menge schöner Liebesgeschichten erzählen können.
Ich bin ja seit 2002 mit dem Thema Auswandern beschäftigt. Was immer groß vermittelt wird, sind tragische Geschichten und bewegende Schicksale. Aber wir haben auch sehr viele Liebesgeschichten in den Biografien, insofern, ja, das kenne ich schon.

Manch ein Porträtgeber war beim ersten Besuch ein bisschen enttäuscht, weil er sein Porträt kaum gesehen hat. Das Spiel von sichtbar bis fast unsichtbar hatten Sie aber vor Baubeginn beschrieben und ist gewollt?
Ja. Und rein technisch gesehen sind es ja auch keine Fotos, sondern Reliefs aus Beton gegossen. Nur durch Sonne, Licht und Schatten kann man die Porträts wirklich sehen. Wenn wir graues Wetter haben, wird man sie kaum erkennen. Ganz irre ist es mittags, wenn die Sonne aus Südwesten kommt. Wenn man an der Kaje entlanggeht, denkt man, es sind aufgeklebte Fotos. Geht man ein Stück weiter und schaut zurück, sind sie wieder weg. Dieses Flüchtige, das fanden wir ganz wichtig.

Trotz Corona-Pandemie und Zeit ohne Besucher, also ohne Einnahmen, sind Sie nahezu im Zeitplan geblieben. Wie haben Sie das geschafft?
Wir alle, der Bauherr, also die Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter und Neuer Hafen, die Handwerker, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – alle haben an einem Strang gezogen. Wir haben den großen New-York-Saal zum Baubüro umfunktioniert und konnten dort unsere Besprechungen mit Abstand abhalten, denn auf einer Baustelle gibt es kein Homeoffice. Wir haben einen großen Zusammenhalt gespürt und viele Handwerker haben uns das Gefühl vermittelt, dass sie stolz sind, hier zu arbeiten. Vielleicht hilft das. Aber eine Pandemie braucht man nicht alle Tage.

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