Ingrid und Hans-Jürgen Domhardt lieben Katzen wie den tauben Max im Vordergrund.

Ingrid und Hans-Jürgen Domhardt lieben Katzen wie den tauben Max im Vordergrund.

Foto: Bohn

Ingrid und Hans-Jürgen Domhardt lieben Katzen wie den tauben Max im Vordergrund.

Leute

Diese Langener haben ein großes Herz für Tiere - und das seit 25 Jahren

Ingrid und Hans-Jürgen Domhardt sind echte Tierfreunde. Deswegen haben sie am 3. März 1997 den Verein Tierschutz Stadt Langen und Umgebung gegründet. Das Erreichte lässt sich in Zahlen ausdrücken: Mehr als 604.000 Euro hat der Verein in den 25 Jahren seines Bestehens zum Wohl von Tieren ausgegeben.

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„Die Ausgaben finanzieren sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, durch freiwillige Sammlungen von Mitgliedern des Vereins und durch Spenden“, erläutert die erste Vorsitzende Ingrid Domhardt. Da es kein Tierheim gebe, finde die Tierschutzarbeit an der Basis statt: durch Kastration von wild lebenden Katzen und die Aufnahme von Tieren – wie Sittiche, Papageien, Wildvögel, Igel, Kaninchen, Meerschweinchen, Marder-Babys, Hunde und Katzen.

Gerade die Stubentiger haben es Ingrid Domhardt angetan und waren auch ein Grund für die Vereinsgründung. „Ich stamme aus einem ländlichen Bereich in den Niederlanden. Und wir hatten immer Tiere auf dem Hof – und eben auch viele Katzen“, erzählt die 79-Jährige und lächelt.

Ingrid Domhardt kümmerte sich ab 1976 um wild lebende Katzen auf dem Rickmers-Werftgelände

Um Katzen hat sie sich auch ab 1976 in Bremerhaven gekümmert, nämlich um die wild lebenden Exemplare auf dem Rickmers-Werftgelände. „Zusammen mit einigen Mitstreiterinnen haben wir die Tiere gefüttert, aber auch kastriert“, sagt die Tierschützerin. „Denn die Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung führt mittelfristig zu einer Verbesserung der Lebensumstände der Tiere“, erläutert Ingrid Domhardt.

Wir helfen unter anderem älteren Menschen beim Transport, wenn ihr Tier zum Tierarzt muss.
Ingrid Domhardt

1992 zog das Ehepaar Domhardt nach Langen. Auch hier engagierten sich beide weiter. „Aber das wuchs uns schnell über den Kopf. Deswegen haben wir den Verein gegründet – mit einem Startkapital von etwas mehr als 100 D-Mark“, erzählt Kassenwart Hans-Jürgen Domhardt (82). 16 Gründungsmitglieder hatte der Verein, daraus sind in 25 Jahren mehr als 100 geworden.

Zwölf davon engagieren sich aktiv durch Fütterung und Aufnahme von Tieren. „Das ist eine sehr gute Anzahl“, betont Ingrid Domhardt, während sie Max streichelt, den gehörlosen weißen Kater, der bei ihr zu Hause eine Heimat gefunden hat und dort mit mehreren Artgenossen lebt. Denn Katzen sind immer noch ihre Lieblingstiere.

Die Stadt Geestland beteiligt sich am Wittstedter Tierasyl Heimatlos

Ein Tierheim gibt es in Geestland nicht. Die Stadt beteiligt sich am Wittstedter Tierasyl Heimatlos, das auch für alle Südkreis-Gemeinden zuständig ist. Der unabhängige und als gemeinnützig anerkannte Tierschutz Langen hat aber für Katzen mit eigenen Mitteln ein Domizil geschaffen, dazu ein älteres Haus instandgesetzt und auch eine Außenanlage geschaffen. Wo genau das Haus liegt, möchte Ingrid Domhardt nicht sagen, nur so viel: „Auf dem Gebiet der Stadt Geestland.“ Dort wohnen jetzt unter anderem auch 30 Katzen, die vorher auf dem Gelände der Bremerhavener Lloyd Werft wild gelebt haben.

Beeindruckende Zahlen

561 Katzenbabys wurden mit der Flasche aufgezogen

Das Wirken des Vereins seit seiner Gründung ist beeindruckend: Neben der Umsiedlung der 30 Katzen hat der Verein bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres 4395 wild lebende Katzen und 297 Fundkatzen kastriert und in gute Hände gegeben sowie 561 Katzenbabys mit der Flasche aufgezogen und für sie ein neues Zuhause gefunden. Zudem wurden 49 Hunde vermittelt, 102 Fundkaninchen kastriert und abgegeben, zwei Zirkusponys – eine kranke Stute und ihr Fohlen – freigekauft und in gute Hände gegeben sowie unzählige Igel, Wildvögel und andere Wildtiere versorgt und wieder ausgewildert.

„Auch viele lustige Geschichten haben wir erlebt“, sagt Ingrid Domhardt. Sie denkt dabei beispielsweise an die Wildtaube, die mit der Hand aufgezogen wurde und dann lieber im Wintergarten geblieben wäre, oder an Eichelhäher Bruno, der auch noch nach Jahren seiner „Menschenmama“ gerne einen Besuch abstattet.

Doch die Hilfe des Vereins richtet sich auch an Menschen. „Wir helfen unter anderem älteren Menschen beim Transport, wenn ihr Tier zum Tierarzt muss“, sagt Ingrid Domhardt. Mobil ist der Verein auch dank des gesponserten Fahrzeugs. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit einem Tierarzt in Land Wursten und auch mit dem Kleintierkrematorium in Zetel.

Ans Aufhören wollen die Domhardts noch nicht denken: „Wir machen weiter, so lange es geht“, betont Hans-Jürgen Domhardt. Und auch um den Verein ist ihnen nicht bange: „Der ist finanziell grundsolide aufgestellt. Rote Zahlen gab es noch nie“, sagt der 82-Jährige. Möglich sei das aber nur durch die Mitglieder und Spender.

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