Der Stolperstein für Pastor Görge.

Der Stolperstein für Pastor Görge.

Foto: Martina Albert

Der Stolperstein für Pastor Görge.

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Stolpersteine erinnern: Die klare Haltung mit dem Leben bezahlt

16 Schicksale. 16 Frauen, Männer und Kinder. 16 von den Nationalsozialisten drangsalierte, verschleppte und zu Tode geschundene Menschen. Ihnen zum Gedenken sind am Dienstag 16 neue Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt worden, 136 sind es damit insgesamt in der Seestadt, mehr als 90 000 Stolpersteine weltweit. „Es ist das größte dezentrale Mahnmal der Welt“, so Kulturstadtrat Michael Frost. Einer der Menschen, derer gedacht wird, ist Bernhard Goerge, ehemaliger Pastor der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Lehe. Er starb 1947 an den Folgen monatelanger Haft unter unmenschlichen Bedingungen.

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Dieter Riebschläger ist froh: seine Mission ist gelungen. Vor dreieinhalb Jahren beantragte er die Verlegung eines Stolpersteines für Pastor Bernhard Goerge bei der Stadt Bremerhaven. Denn Riebschläger hat eine ganz persönliche Beziehung zu dem Pfarrer. Dieser taufte den heute 79-Jährigen 1941 heimlich gegen den erklärten Willen seines Vaters, eines treuen Parteimitglieds der NSDAP. Der ehemalige Religionslehrer Dieter Riebschläger ist jetzt Pate des Stolpersteins in der Eupener Straße 60. Zusammen mit einem weiteren Mitglied der Herz-Jesu-Gemeinde, Paul-Elmar Hagedorn, hat er auch die Geschichte des Pastors recherchiert. „Goerge hat während der Herrschaft der Nationalsozialisten nie einen Hehl daraus gemacht, dass Christentum und Nationalsozialismus unvereinbar sind“, so Riebschläger. Schon 1937 sei der Pfarrer das erste Mal mit den Nationalsozialisten in Konflikt geraten, weil er sich im Religionsunterricht positiv über den letzten Reichskanzler vor Hitler, den 1934 im „Röhmputsch“ ermordeten General Schleicher, äußerte. Die Oberstaatsanwaltschaft Hannover stellte das gegen ihn nach einer Denunziation durch einen Schüler eröffnete Verfahren zwar ein, da Goerge vorher noch nicht „als politischer Hetzer hervorgetreten“ sei. Dennoch geriet Goerges so in den Blick der Nazis.

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